Wie laut sind 60 dB?

60 dB sind so laut wie ein Gespräch, ebenso wie Vogelgezwitscher oder Meeresrauschen. Als Straßenlärm im Jahresmittel (Lden) ist das eine spürbare Dauerbelastung: Das Umweltbundesamt empfiehlt Städten, kurzfristig unter 60 dB zu kommen, um gesundheitsschädliche Auswirkungen zu vermeiden.

Lage von 60 dB auf der Dezibel-Skala

Suche: Photon/komoot, © OpenStreetMap

Mehr Beispiele und warum +10 dB doppelt so laut klingen: Dezibel-Tabelle

60 dB im Vergleich: Beispiele von 50 bis 70 dB

Auf der Skala der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg ist 60 dB(A) der Pegel eines Gesprächs. Bemerkenswert: Auch Vogelgezwitscher und Meeresrauschen erreichen diesen Wert. Ob ein Geräusch als Lärm empfunden wird, hängt also nicht nur von der Zahl ab, sondern auch davon, wie es klingt, wann es auftritt und ob man es beeinflussen kann.

Eine Stufe tiefer liegen leise Musik und ein ruhiges Wohngebiet im Grünen mit 50 dB, eine Stufe höher ein Staubsauger mit 70 dB.

Beispiele von 50 bis 70 dB (Momentanwerte, eine Referenzskala für alle Seiten)
PegelBeispiel
50 dBleise Musik
50 dBein ruhiges Wohngebiet im Grünen
60 dBein Gespräch
60 dBVogelgezwitscher oder Meeresrauschen
70 dBein Staubsauger
70 dBein fließender Gebirgsbach

Quelle: LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg: Psst! Informationen zum Thema Lärm

Die Werte der Lärmkarte sind Jahresmittel mit Abend- und Nachtzuschlag (Lden), keine Momentanwerte wie in dieser Tabelle.

60 dB Straßenlärm: Wo ist es in Deutschland so laut?

In der Lärmkarte ist 60 dB der Beginn des orangefarbenen Bands 60–64 dB im Tag-Abend-Nacht-Mittel.

Für die Lärmaktionsplanung ist 60 dB eine neue Marke: Das Umweltbundesamt empfiehlt in seinen Umwelthandlungszielen von 2022, kurzfristig einen Lden von 60 dB(A) und einen Lnight von 50 dB(A) einzuhalten, um gesundheitsschädliche Auswirkungen zu vermeiden. Die Übersicht unten zeigt, in welchen Großstädten anteilig die meisten Einwohnerinnen und Einwohner im Band 60–64 dB wohnen, nach den amtlichen Zahlen der Lärmkartierung 2022.

Karte Düsseldorf: Straßenlärm von 60 bis 64 dB tagsüber (Lden) hervorgehoben, Stand 2022

Wo ist es 60 dB laut?

Den größten Anteil an Einwohnern in dieser Stufe haben laut amtlicher Lärmkartierung 2022 unter den kartierten Großstädten:

  1. Düsseldorf: rund 25 % der Einwohner (amtlich)
  2. Leverkusen: rund 23 % der Einwohner (amtlich)
  3. Oberhausen: rund 22 % der Einwohner (amtlich)

Was 60 dB Straßenlärm für Wohnen und Schlafen bedeutet

Bei 60 dB im Jahresmittel ist der Verkehr eine spürbare Dauerbelastung. Im Freien stört der Verkehr Gespräche; das Umweltbundesamt rechnet bereits ab 50 dB(A) draußen mit Störungen der Kommunikation. Das Bayerische Landesamt für Umwelt schreibt, dass die Lärmwirkungsforschung Dauerbelastungen oberhalb von 60 dB(A) heute als gesundheitlich beeinträchtigend ansieht.

Praktisch heißt das:

  • Balkon und Garten zur Straße sind nur eingeschränkt erholsam.
  • Schlafräume zur Straße brauchen geschlossene, dicht schließende Fenster. Schallschutzfenster wirken laut Umweltbundesamt nur geschlossen.
  • Beim Neubau einer Straße wäre dieser Pegel in einem Wohngebiet schon über dem Grenzwert der 16. BImSchV von 59 dB(A) am Tag, auch wenn die Werte nicht direkt vergleichbar sind.

Jahresmittel oder Momentanwert? Warum die Lärmkarte anders misst

Ein Gespräch mit 60 dB endet nach ein paar Minuten. Ein Lden von 60 dB dagegen ist ein Durchschnitt über das ganze Jahr, in dem Abend und Nacht stärker zählen. Im Tagesverlauf schwankt der Pegel an so einer Straße stark: zur Hauptverkehrszeit lauter, am Sonntagmorgen leiser. Der Unterschied zwischen beiden Werten ist der Grund, warum wir Ihnen immer den Kennwert dazu nennen.

Wie laut ist es an Ihrer Adresse?

Im Lärm-Check sehen Sie, ob Ihre Adresse im orangefarbenen Band liegt, getrennt für tagsüber und nachts. Welche Maßnahmen helfen, erklärt der Ratgeber Lärmbelastung einer Wohnung prüfen; die Nachbarstufen beschreiben 55 dB und 65 dB.

Zum Lärm-Check für Ihre Adresse

Häufige Fragen

Ist 60 dB laut?

Als kurzes Geräusch sind 60 dB etwa so laut wie ein Gespräch. Als Dauerpegel von Straßenlärm im Jahresmittel (Lden) ist das eine spürbare Belastung.

Wo ist Straßenlärm in Deutschland 60 dB laut?

Den größten Anteil an Einwohnern mit Straßenlärm von 60 bis 64 dB (Lden) haben unter den Großstädten mit amtlicher Kartierung Düsseldorf (rund 25 %), Leverkusen (rund 23 %) und Oberhausen (rund 22 %). Grundlage sind die amtlichen Zahlen der Lärmkartierung 2022.

Was kann man gegen 60 dB Straßenlärm tun?

Bei 60 dB im Jahresmittel draußen helfen meist schon geschlossene, gut schließende Fenster; Schlafräume zur ruhigen Seite sind die wirksamste Maßnahme. Schallschutzfenster lohnen sich vor allem für Schlafzimmer zur Straße.

Quellen

  1. Psst! Informationen zum Thema Lärm (Referenzskala, S. 5), LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (abgerufen am )
  2. Lärmaktionsplanung (Empfehlungen zu Umwelthandlungszielen), Umweltbundesamt (abgerufen am )
  3. Lärm – Hören, messen und bewerten, Bayerisches Landesamt für Umwelt (abgerufen am )
  4. Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV), § 2, Bundesministerium der Justiz (abgerufen am )